Biologie
Was macht Leben aus? Wie hat es sich entwickelt, wie funktionieren Lebewesen und wie reagieren sie auf ihre Umwelt? Und wie passen wir Menschen in dieses Bild?
Die Biologie geht diesen Fragen naturwissenschaftlich nach. Ausgangspunkt sind deswegen möglichst eigene Untersuchungen. Die zeitgemässe Einrichtung erlaubt eigenes Forschen von Anfang an. Das Spektrum reicht dabei von mikroskopisch kleinen Zellbestandteilen über die Auseinandersetzung mit dem eigenen Körper bis hin zu ganzen Lebensgemeinschaften. Bei Exkursionen in verschiedene Lebensräume ergänzen Labor- und Freilandbiologie einander praxisnah.
Das Grundlagenfach am Gymnasium
Inhalte im 1. Jahr
Im ersten Jahr stehen die Themen Systematik, Zellbiologie und Ökologie im Zentrum. Die Schülerinnen und Schüler erfahren die Vielfalt, Merkmale und ökologische Bedeutung der Lebewesen, untersuchen bei praktischen Arbeiten am Mikroskop Zellen und Gewebe von Tieren und Pflanzen. Darauf aufbauend gehen sie auch den Wechselbeziehungen zwischen verschiedenen Lebewesen in Lebensgemeinschaften nach.
Inhalte im 2. Jahr
Im zweiten Jahr richtet sich der Fokus dann auf die Humanbiologie. Die menschlichen Organe und Organsysteme werden genauer untersucht und immer wieder mit jenen anderer Wirbeltieren verglichen. Die Regulationsmechanismen des Körpers werden anhand verschiedener Beispiele untersucht, angefangen bei eigenen Messungen zum Blutzuckergehalt bis zum Wirkungsmechanismus einer Antibabypille. Auch die Immunbiologie spielt dabei eine wichtige Rolle: Die Schülerinnen und Schüler lernen, wie sich unser Körper gegen Krankheitserreger schützt und wie das Immunsystem zwischen körpereigenen und körperfremden Strukturen unterscheidet.
Inhalte im 3. Jahr
Im dritten Jahr finden die Themen Neurologie, Genetik (Vererbungslehre) und Evolution Platz. Die Schülerinnen und Schüler werden Bau und Funktion der Nervenzellen und des menschlichen Nervensystems analysieren und die genaue Wirkung von Psychopharmaka wie Opiaten / Schmerzmitteln untersuchen oder die Vorgänge im Gehirn beim Lernen analysieren. Beim Thema Genetik soll der Frage nachgegangen werden, weshalb Kinder den Eltern zwar gleichen, aber dennoch leicht anders aussehen. Es geht um Vererbungsmuster und Genmutationen und auch darum, wie das Erbgut einen gesamten Organismus steuern kann. Abschliessend wird das grosse Gebiet der Evolution behandelt. Hier erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über die Stammesgeschichte der Wirbeltiere und des Menschen und die Entstehung der Evolutionstheorie.
«Die Biologie erschliesst den Bereich des Lebendigen als Naturwissenschaft.»
Team
Lehrplan
Freifächer
Schwerpunktfach Biologie und Chemie, Teil Biologie
Im Schwerpunktfach-Teil Biologie werden zur optimalen Vorbereitung auf naturwissenschaftliche und medizinische Studien verschiedene Themen aus dem Grundlagenfach Biologie vertieft und weiterführend behandelt. Ausserdem werden neue biologische Inhalte erarbeitet.
Die praktische Arbeit ist hier in noch grösserem Umfang üblich als zuvor. So werden theoretisch vermittelte Grundlagen praktisch erlebt und weiterverarbeitet. Dies erfolgt meistens in Ganzklassen-Praktika. Daneben wird Einzel- oder Teamarbeit beim selbständigen Erarbeiten von Teilthemen und Theorieaufgaben ermöglicht. Eine Schwerpunktfachwoche und ein Quartal als Blockunterricht runden das Schwerpunktprogramm ab.
Die Vertiefung von Inhalten aus dem Grundlagenfach eröffnet den Schülerinnen und Schülern weiterführenden Einblicke in die Biologie. Diese Einblicke sollen das Verständnis für biologische Zusammenhänge fördern und die mögliche Vernetzung mit anderen Naturwissenschaften aufzeigen.
Themen im Fokus
Im Fokus stehen derzeit beispielsweise Gewässeruntersuchungen, welche sowohl chemisch-analytisch als auch biologisch angegangen werden. Dazu werden Proben aus Flüssen und Bächen in der weiteren Region entnommen und die Wirkung der Renaturierungsmassnahmen aufgezeigt.
Im dritten Jahr vor den Herbstferien findet die Schwerpunktfachwoche statt. Diese bietet die Gelegenheit, Lebensräume und deren Bewohner umfassend zu studieren.
Ausserdem werden für die einzelnen Inhalte Bezüge zur aktuellen Technik erarbeitet, womit die teils enge Verknüpfung der reinen Biologie mit technischen Anwendungen erfahrbar gemacht werden kann. Dieser Bezug kann und wird z.B. oft im medizinischen Bereich gemacht. So basieren viele therapeutische Ansätze und Untersuchungsverfahren auf naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, die damit praktisch angewendet werden. Die Schülerinnen und Schüler sollen so im Schwerpunktfach Biologie und Chemie relevante praxisnahe Anwendungen kennenlernen, wenn möglich selbst ausprobieren und interpretieren.
Ergänzungsfach Biologie
Wer sich für Biologie interessiert oder für sein Studium der Naturwissenschaften oder der Medizin gut vorbereitet sein möchte, trifft mit dem Ergänzungsfach Biologie oder dem kombinierten Ergänzungsfach Biologie / Chemie die richtige Wahl. Hier wird eine Auswahl interessanter Module aus dem Schwerpunktfach Biologie (und Chemie) angeboten.
Das Ergänzungsfach Biologie hat sich als Vorbereitung auf die Studiengänge der Biologie, Biodiversität, Medizin, Pharmakologie und Biochemie bewährt. Wichtige Vorkenntnisse liefert es auch für die Studienrichtungen der Lebensmittelwissenschaften und Agrarwissenschaften sowie für Gesundheits- und Lehrberufe. Willkommen sind alle interessierten Schülerinnen und Schüler, welche nicht bereits Biologie im Schwerpunktfach besuchen.
Das kombinierte Ergänzungsfach Biologie / Chemie eignet sich besonders für Schülerinnen und Schüler, die sich für die naturwissenschaftlichen Grundlagen des Lebens interessieren, Zusammenhänge zwischen Molekülen, Zellen und Organismen verstehen möchten und sich eine fundierte Vorbereitung auf Studiengänge in Medizin, Biologie, Biochemie, Pharmazie oder verwandten Fachbereichen wünschen.
Regelmässig durchgeführte Module
- Vertiefung zu Sinnesorganen mit Selbstversuchen zu Gehör, Geschmack, Tastsinn, Geruchssinn
- Vertiefung zur Neurobiologie: Schlafstudien, Drogen / Psychopharmaka, Muskelsteuerung
- Verhalten bei Tier und Mensch am Beispiel des Lernens, „Tierpsychologie“
- Vertiefung zu Wirbeltieren, speziell zur Anatomie der Säugetiere, mit Sektionsübungen (meist Ratten, freiwillig) und molekulargenetische Einblicke in die Stammesgeschichte (mittels Protein-Fingerprint)
- Anatomie und Physiologie: Aufbau und Funktion der menschlichen Niere, Blutdruck, Wasser- und Säure-Basen-Haushalt
- Molekulargenetik:Praktische Analyse des menschlichen Erbguts mittels PCR
Weitere Module werden auf Wunsch gerne durchgeführt (beispielsweise zur medizinischen Mikrobiologie oder auch Freiland-Biologie mit Fliessgewässer-Untersuchungen). Das Programm wird mit den Teilnehmern abgesprochen.
In jedem Themenblock wird Wert gelegt auf die eigene Auseinandersetzung und wo immer möglich, praktisch gearbeitet. Es werden Einblicke in die aktuelle Forschung und in verschiedene Berufsfelder geboten (Besuche möglich in medizinischen Instituten wie einem Schlaflabor, Forschungszentren, Firmen). So wird anschaulich lernend das Biologiewissen ergänzt.
FMS Biologie
Grundlagenfach Biologie, 1. und 2. Schuljahr (alle Berufsfelder)
Der Biologieunterricht der FMS-Ausbildung konzentriert sich im ersten Jahr auf den zellulären Aufbau und den Stoffwechsel von Pflanzen und Tieren, insbesondere auch des Menschen.
Das zweite Jahr widmet sich der Humanbiologie. Die menschlichen Organe und Organsysteme des Blutkreislaufsystems, Atmungssystems, Hormonsystems und die Sinnesorgane werden genauer untersucht. Die Schülerinnen und Schüler sollen, auch in praktischen Unterrichtseinheiten, die Funktion des menschlichen Körpers erfahren und verstehen. Warum atmen wir? Wie erkennt der Körper Krankheitserreger? Wie funktioniert die hormonelle Verhütung und was geschieht während der Schwangerschaft? Warum sehen wir? Dies sind nur einige der Fragen, denen wir in diesem Schuljahr nachgehen werden.
Biologie-Vertiefung, 3. Schuljahr (Berufsfelder Gesundheit, Soziales und Pädagogik)
Im dritten Jahr stehen das Nervensystem und die Vererbungslehre (Genetik) im Fokus. Die Schülerinnen und Schüler werden Bau und Funktion der Nervenzellen analysieren und die genaue Wirkung gewisser Medikamente und Drogen oder die Vorgänge im Gehirn beim Lernen untersuchen. Bei der Genetik soll der Frage nachgegangen werden, weshalb Kinder den Eltern zwar gleichen, aber dennoch mindestens ein bisschen anders aussehen. Es geht um Vererbungsmuster und Genmutationen und auch darum, wie das Erbgut einen gesamten Organismus steuern kann. Abschliessend wird das grosse Gebiet der Evolution behandelt. Hier erhalten die Schülerinnen und Schüler einen Überblick über die Stammesgeschichte der Wirbeltiere und des Menschen und die Entstehung der Evolutionstheorie.
Biologie-Fachmaturität, 4. Schuljahr (Berufsfeld Pädagogik)
Das letzte Jahr dreht sich um die Vielfalt des Lebens. Die Schülerinnen und Schüler lernen die schweizerische Flora und Fauna kennen, wissenschaftlich einordnen und beschreiben. Sie lernen, wie man Pflanzen und Tiere im Feld bestimmen kann und eigenen sich ein Repertoire der wichtigsten Vertreter der Blütenpflanzen, Bäume und Tiere der Schweiz an. Zudem repetieren und festigen sie den Stoffwechsel der Pflanzen