Meerwasseraquarium
Unser Meerwasseraquarium orientiert sich an den lokalen Gegebenheiten eines Riffes, welches um das indonesische Ferienparadies Bali gelegen ist.
Das Bali Riff
Ein Riff wie man es auf der Insel Bali (noch) finden kann… Durch das Zusammentreffen dreier Meere und den Eintrag nährstoffreicher Vulkanasche entstehen solch artenreiche Riffe. Nicht nur Korallen (Stein- und Weichkorallen) und Anemonen leben in unserem Becken, auch Wirbeltiere und Wirbellose finden hier ein Zuhause.
Die Pflege eines Meerwasseraquariums ist aufwendig. Täglich müssen die Wasserwerte (Nitrat, Phosphat, Calcium, Karbonathärte, Salinität) kontrolliert, die Wirbeltiere gefüttert, die Scheiben von Algenbewuchs gereinigt, die Filtration des Wassers und vieles mehr überprüft werden.
Doktorfische (Acanthuridae)
Die Bezeichnung Doktorfisch kommt durch das scharfe „Skalpell“ oder Dornfortsatz an der Schwanzwurzel, mit dem sich diese Fische verteidigen können.
Je nach Art sind die Skalpelle ausklappbar (Borstenzahndoktorfisch) oder unbeweglich (Rotmeerdoktorfisch).
Doktorfische leben ausschließlich im Salzwasser und sind schnelle Schwimmer, deren Fortbewegung mit den Brustflossen erfolgt.
Doktorfische sind Nahrungsspezialisten. Die pflanzliche Nahrung besteht entweder aus Algen oder aus Detritus, also zellulären Zerfallsprodukten.
Viele Doktorfischarten verhalten sich bereits während ihrer Jungfischzeit territorial und bilden Minireviere.
Fahnenbarsche (Anthiinae)
Sie leben in riesigen Schulverbänden in der Nähe von Riffformationen oder –hängen, um sich bei Gefahr sofort zurück ziehen zu können.
Fahnenbarsche sind Hermaphroditen. Das heisst, dass sie zum Geschlechtswechsel befähigt sind, allerdings nur in eine Richtung - vom weiblichen zum männlichen Tier. Diese Umwandlung findet nur bei den grössten und kräftigsten Tieren statt und wird durch das Hormon Testosteron ausgelöst.
Bei Erreichen der Geschlechtsreife sind sie zunächst weiblich und leben mit einem dominierenden Männchen und vielen anderen Weibchen in einer Haremsgruppe. Verschwindet das Männchen, z. B. weil es von einem Raubfisch gefressen wurde, wandelt sich das stärkste Weibchen innerhalb von zwei bis vier Wochen in ein Männchen um, nimmt die entsprechende Färbung an und entwickelt die Flossenform der Männchen.
Feenbarsche (Grammatidae)
Sie kommen natürlicherweise nur im Karibischen Meer vor und bilden Reviere, welche sie auch gegen unliebsame Artgenossen verteidigen.
Wie viele marine Barschartige kann der Gramma loreto sein Geschlecht wechseln.
Ausschliesslich männlichen Tiere übernehmen die Betreuung des Nestes und der Eier.
Riffbarsche (Pomacentridae)
Ein Männchen laicht mit mehreren Weibchen in einer Höhle ab.
Die Männchen fächeln den Eiern frisches Wasser zu und fressen abgestorbene Eier auf.
Bei Gefahr suchen sie Zuflucht in den Korallen.
Meist ist das grösste Exemplar das Männchen.
Leierfische (Callionymidae)
Leierfische verstecken sich gerne zwischen Korallen oder Geröll, halten sich aber auch oft ungeschützt auf offenen Flächen auf, wo sie relativ sicher sind.
Sie besitzen keine Schwimmblase und sind schuppenlos. Weil ihre Haut von einer übelriechenden und bitter schmeckenden Schleimschicht bedeckt ist, halten sie Fressfeinde ab.
Der Mandarinfisch ist ein reiner Fleischfresser. Ähnlich einem Vogel erpickt bzw. schnappt er nach Futter. Er vertilgt Kleingetier wie kleine Krebse, Borstenwürmer oder Planarien (Plattwürmer).
Das Männchen ist an dem ausgezogenen ersten Rückenflossenstachel erkennbar.
Pro Becken kann nur ein Männchen gehalten werden, da sich zwei Konkurrenten sonst bis zum Tod bekämpfen können.
Kardinalbarsche (Apogonidae)
Wie alle Kardinalbarsche sind die Kaudernis Maulbrüter. Die Balz wird vom Weibchen eingeleitet, indem es ständig unter dem Schwanz des Männchens hindurchschwimmt. Der eigentliche Laichaktdauert nur Sekunden.
Die Männchen, die die Eier etwa 19 Tage im Maul in einer Schleimhauttasche mit sich herumtragen, fressen währenddessen nichts. Die Jungfische haben keine Larvenphase, sondern schlüpfen und entwickeln sich weitere 6 Tage im Maul des Vaters ohne Metamorphose.
Kaninchenfische (Siganidae)
In der Rücken- und der Afterflosse sowie in den Bauchflossen gibt es Flossenstacheln, die mit Giftdrüsen verbunden sind.
Durch Aufstellen der Rückenflossen droht er anderen Lebewesen.
Das Gift ist gesundheitsschädlich. Die Symptome können von einfacher Übelkeit über Muskelversteifungen, selten auch bis hin zum Tod reichen.
Falterfisch (Chaetodontidae)
Es handelt sich um eine territoriale Fischart, die einzeln oder paarweise lebt. Durch seine Gestalt und Farbenpracht ist er begehrt in der Meerwasser Aquaristik.
Mit seinem langen Schnabel zieht er durch Felsen und Spalten im Riff, um kleine Beutetiere (Würmer, kleine Krustentiere, kleine Anemonen, Austern und anderen Muscheln) zu finden, die er gerne isst. Daher wird er in Meerwasserbecken auch gerne als Glasrosenfresser eingesetzt.
Schleimfische (Blenniidae)
Die Bezeichnung Schleimfische kommt aufgrund ihrer fehlenden oder aber stark reduzierten Schuppen. Stattdessen ist die Haut durch eine dicke Schleimschicht geschützt.
Wie alle Schleimfische haben sie ein riesiges Maul, mit dem sie Oberflächen auf der Suche nach Algen «ablutschen».
Sie sind Bodenbewohner und verstecken sich gerne in «Wohnräumen», aus denen sie rauschauen können. Dabei sieht man dann nur noch den Kopf des Tieres.
Der Rotpunkt-Schleimfisch besitzt keine Schwimmblase.
Lippfische (Labridae)
Sie erfüllen im Riffaquarium nützliche Funktionen. So halten sie die Borstenwurmpopulation in einem gesunden Gleichgewicht oder befreien übrige Beckengenossen von Hautschmarotzern und Kiemenwürmern, wie dies auch Putzergrundeln oder Putzergarnelen tun.
Sie gehen nachts im wahrsten Sinne des Wortes zu Bett. Die meisten Lippfischarten vergraben sich im Sand. Der Sechstreifen Lippfisch hingegen baut sich einen Kokon aus einer Schleimschicht (Art Schutzmantel, der den Geruch für Fressfeinde unterdrückt).
Lippfische sind von Geburt an Weiblichen Geschlechtes. Im fortgeschrittenen Alter wandelt sich das Geschlecht von weiblich auf männlich.
Wirbellose in unserem Riffaquarium
Folgende Schneckenarten sind in unserem Becken anzutreffen:
- Napfschnecke (Cellana species)
- Turboschnecke (Trochus species)
- Fechterschnecke (Conomurex luhuanus)
- Gehäuseschnecke (Collinista granulosa)
- Wurmschnecke (Dendropoma species)
- Schlüssellochschnecke (Diodora species)
- Gelbring Kaurischnecke (Monetaria annulus)
- Sternschnecke (Astralium calcar)
Die Fechterschnecke (Conomurex luhuanus) soll als Vertreter hier genauer vorgestellt werden:
Die Fechterschnecken verwenden ihr fingernagelartiges Operculum (Schalenverschlussdeckel) zur Fortbewegung: Hierzu steckt die Schnecke das Operculum in den Grund und bewegt ihren Körper durch ruckartiges Zusammenziehen des Fußes nach vorn, mit einem «Schritt» etwa eine halbe Körperlänge. Die Bewegung ähnelt dabei dem Ausfallschritt beim Fechten. Hierbei hinterlässt die Schnecke keine Schleim- bzw. Geruchsspur und ist so besser vor Feinden geschützt.
Seesterne
Folgende Arten sind in unserem Becken anzutreffen:
- Gänsefuss-Seestern (Aquilonastra species)
- Grabender-Seestern (Archaster angulatus)
- Schlangenseestern (Ophionereis annulata)
Der Grabende Seestern (Archaster angulatus) soll als Vertreter hier genauer vorgestellt werden:
Der grabende Seestern ist ein hervorragender Restevertilger, der von den Resten lebt, die er im Boden findet. Selten sieht man sie einmal oberhalb des Bodengrundes.
Gorgonien (Gorgonacea)
Sie werden auch als Hornkorallen in der Gruppe der Weichkorallen bezeichnet.
Gorgonien können sich durch ihre symbiotischen Algen von Licht ernähren, nehmen aber auch gelöste Nährstoffe auf und filtern Nahrungspartikel aus der Strömung.
Im Gegensatz zu Steinkorallen haben Weichkorallen kein festes Kalkskelett, sondern bestehen aus einem fleischigen Gewebe, das bei den meisten Arten durch Kalknadeln gestützt wird. So können sie sich bewegen oder auch bei Gefahr zusammenziehen.
Lederkoralle (Octocorallia)
Lederkorallen gehören ebenfalls zu den Weichkorallen und verfügen über eine besonders derbe, lederartige Außenhaut.
Eine Besonderheit aller Lederkorallen ist Fähigkeit zur Selbstreinigung mittels Abschleimen. Bei zu starker Verschmutzung der Koralle bzw. der Polypen stößt die Koralle eine Schleimschicht ab, mit der sie auch die Schmutzpartikel an der Aussenhaut entfernt. Während dieser Phase bleibt die Koralle geschlossen und bildet eine glatte lederartige Oberfläche.
Auch sie leben in einer Endosymbiose mit einzelligen, symbiotischen Algen (Zooxanthellen).
Sie sind überwiegend von brauner, gelber oder grünlicher Farbe.
Scheibenanemonen (Corallimorpharia)
Scheibenanemonen haben eine breite Mundscheibe, auf der sich oft nur sehr kurze oder verkümmerte, noppenförmige Tentakel befinden.
Sie sind mit den Steinkorallen verwandt, haben jedoch im Laufe ihrer Evolution ihr Kalkskelett verloren.
Die Tiere sind meist solitär, seltener auch kolonial und vermehren sich geschlechtlich oder auch asexuell durch Klonen.
Quadricolor Anemonen (Entacmaea quadricolor)
Die Blasenanemone (Entacmaea quadricolor) ist eine Seeanemone aus tropischen Korallenriffen. Sie hat bis zu zehn Zentimeter lange Tentakel, die an den Enden oft blasenartige Verdickungen mit grünen oder roten Spitzen haben.
Blasenanemonen leben mit Zooxanthellen in Symbiose, von denen sie einen Teil der Nährstoffe bekommen, die sie brauchen. Sie nesseln nur schwach.
Sie bildet im Meer zwei Formen. Im flachen Wasser leben kleine, nur 5 bis 10 Zentimeter grosse Exemplare, die sich durch Teilung vermehren und grosse Kolonien genetisch gleicher Exemplare bilden. In tieferem Wasser leben grosse Solitärexemplare, die einen Scheibendurchmesser von 40 Zentimetern erreichen.
Blasenanemonen sind immer bestrebt ihren Fuß tief in Höhlen oder Spalten zu verankern.
Sie ist eine Symbioseanemone und eine wichtige Symbiosepartnerin der Anemonenfische.
Zylinderrosen (Ceriantharia)
Sie sind Zwitter, die sich anders als andere Blumentiere fast nur geschlechtlich vermehren, ungeschlechtliche Knospung kommt nur selten vor.
Die Zylinderrosen leben in einer aus Sandkörnern, verhärtetem Schleim und ausgestossenen Nesselkapseln gebauten Wohnröhre in Schlamm- oder Sandböden. Bei Gefahr können sie sich blitzschnell darin zurückziehen.
Schwämme (Porifera)
Den ersten und vielfach auch einzigen Kontakt erfahren Menschen mit Schwämmen in Form von Bade- oder Autoschwämmen. Dass diese Gebilde heute synthetischer Herkunft sind, ist gut so, denn die echten Badeschwämme aus der Ordnung Keratosa sind vom Aussterben bedroht.
Schwämme gehören zu einfach organisierten Organismen. Drückt man sie beispielsweise durch ein Sieb, können die daraus resultierenden einzelnen Schwammfragmente weiterleben und neue Kolonien bilden
Sie besitzen keine inneren Organen, bestehen jedoch aus bis zu zehn verschiedenen Zelltypen mit unterschiedlichen Funktionen
Der stetige Wasserstrom ist für den Schwamm lebensnotwendig, da ihm auf diese Weise Sauerstoff und Nahrung zugeführt wird.
Quellen: tbd