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Musik – Ein Schwerpunktfach mit vielen Registern

Die Musik ist aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Sie begleitet uns im Radio durch den Tag, wir besuchen Konzerte, einige von uns engagieren sich in ihrer Freizeit im Musikverein. Musik in Form von Theater und Konzerten bedeutet für viele Erholung und Unterhaltung, Musik ist aber auch ein Geschäft. Wie könnte in der Werbung ein Produkt ohne musikalische Untermalung ansprechend vermarktet werden? Es heisst, Musik rege die Denkfähigkeit an, ja verbessere sie sogar. Auch in der Humanmedizin kommt sie immer mehr in Form von Therapien zum Einsatz. Von der Beschäftigung mit der Musik scheint man in vielerlei Hinsicht profitieren zu können: einerseits soll sie zu verbesserter Merkfähigkeit beitragen, andererseits werden theoretische Zusammenhänge und Abläufe trainiert und das logische Denken konditioniert, was sich auch günstig auf andere Fachbereiche auswirken kann. Das Trainieren von Rhythmen und Melodieabläufen hat durch seinen positiven Einfluss auf die Grob- und Feinmotorik ebenfalls einen Nutzen für unseren Alltag.

Diese vielfältige Palette an Einsatzmöglichkeiten der Musik klingt sehr vielversprechend und positiv. Man muss sich jedoch darüber im Klaren sein, dass auch die Musik schlussendlich kein Allheilmittel ist, welches Wunder vollbringen kann. Auch sie ist lediglich ein Fach, eine Kunst, ein Medium, welches in der heutigen Zeit in den verschiedensten Bereichen angewendet wird.

Maturandinnen und Maturanden mit dem Schwerpunktfach Musik stehen nach bestandener Matura verschiedene Wege offen. Sie können sich an der Pädagogische Fachhochschule in Rorschach zu Primarlehrkräften ausbilden lassen oder die Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule in St.Gallen in Angriff nehmen, um später im Real- oder Sekundarschulbereich tätig zu werden. Natürlich stehen ihnen auch die Türen zu den Universitäten und technischen Hochschulen offen. Das Vertiefen ihrer musikalischen Kenntnisse und Fertigkeiten an einer Musikhochschule ist den Schülerinnen und Schülern jedoch nur über den Weg einer Aufnahmeprüfung möglich.

Die Wahl von Musik als Schwerpunktfach erachte ich als sinnvollen Entscheid für eine spätere Berufstätigkeit im sozialen oder musischen Bereich. Die gezielte Förderung auf einem Instrument kann nicht einfach Studien begleitend in drei Jahren Lehrerausbildung nachgeholt werden. Im Lehrerberuf Pädagogen zu wissen, welche die Musik in Form von Singen und Musizieren fundiert pflegen können, erachte ich als wichtiges Postulat. Im vierjährigen Maturitätslehrgang werden die späteren Studenten intensiv und zugleich praxisnah auf dieses Ziel hin vorbereitet.

Das Schwerpunktfach Musik beinhaltet eine Kombination von verschiedenen Unterrichts-formen. Neben den Chorlektionen, bei denen mehrere Klassen zu einem grossen Ensemble zusammengefasst werden und der Einzelförderung im Instrumentalunterricht beinhaltet die Stundentafel natürlich auch den «herkömmlichen» Klassenunterricht. Dieses Fächerangebot, welches auch theoretische Inhalte, wie Gehörbildung, Formenlehre oder Tonsatz nicht ausklammert, wird mit vier Jahreswochenstunden dotiert, wobei Chorgesang und Instrumentalunterricht je eine Lektion beanspruchen. Innerhalb des Klassenunterrichts wird während des ersten Maturajahres mit dem Schwerpunktfach Gestalten zusammen ein Kulturprojekt erarbeitet, welches eine optimale Plattform für fächerübergreifende Arbeiten bietet.

Ziel des Fachlehrers ist es, die angehenden Maturandinnen und Maturanden in umfassender Form musikalisch zu bilden. Im Idealfall fliesst Gelerntes aus dem Instrumentalunterricht in den Klassenunterricht ein und umgekehrt. Wenn das Einzelfach nicht auch von der Schulmusiklehrkraft, sondern von einer anderen Lehrperson unterrichtet wird, ist ein reger und produktiver Austausch zwischen den Einzel- und Klassenlehrkräften eine unabdingbare Vorraussetzung.

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Die Schulmusik II-Ausbildung hat sich in den letzten zwei Jahrzehnten in vielerlei Hinsicht verändert und dem heutigen Berufsbild mit seinen immer neuen Anforderungen angepasst. Das Ziel jeder Schulmusiklehrkraft, ob sie nun vor dreissig Jahren das Studium abschloss oder erst seit kurzem tätig ist, muss darin bestehen, den Lernenden das Fach Musik mit seiner breiten Vielfalt so zu vermitteln, dass am Ende der Ausbildung ein solides Wissen und Können aufgebaut ist, welches polyvalent einsetzbar ist. Es sollte eine brauchbares Fundament für eine mögliche Weiterentwicklung und Spezialisierung der Materie vorhanden sein.

Besondere Bedeutung kommt auch der Verknüpfung von theoretischen Regeln und Grund-sätzen mit der praktischen Anwendung zu. Bei der Beschäftigung mit Liedern aus verschiedensten Epochen und Stilrichtungen, mit Arrangements sowie durch das Umsetzen von Rhythmussequenzen und dem Musizieren mit Rhythmusinstrumenten bekommt die Theorie ein erlebbares Profil. Regeln, welche in einem bereits gesungenen oder musizierten Stück wiedererkannt werden, sind schneller konditioniert.