• Home
  • Drucken
  • Kontakt
  • Suche
  • Login
  • Redaktion
  • Webmail
  • Reservation
  • Ticketsystem

Ein ethisches Problem: Frau Bitterlis Vermögen

"Kurz vor ihrem Tod bittet die reiche Frau Bitterli ihren einzigen Sohn Jonathan zu sich ans Krankenbett, um ihm ihren letzten Wunsch zuzuflüstern. Jonathan muss seiner Mutter versprechen, ihr gesamtes Geld in Banknoten zu ihr in den Sarg zu legen und mit ihrem Leichnam zu verbrennen. Jonathan verspricht dies seiner Mutter, aber nachdem sie gestorben ist, verteilt er das Geld an Leute, die es brauchen – Arme, Kranke, Behinderte. War es richtig von Jonathan, sein Versprechen zu brechen?"

Ethik ist das Teilgebiet der Philosophie, das sich mit moralisch richtigem und falschem Handeln beschäftigt. Sie ist zuständig für die Frage, ob Jonathan sein Versprechen halten soll oder nicht.

Die Frage ist schwierig, weil wir sie kaum beantworten können, ohne uns grundsätzliche Gedanken darüber zu machen, was gutes und schlechtes Handeln eigentlich ist. Warum zum Teufel sollen wir unsere Versprechen überhaupt je halten? Wäre es nicht lustiger, wenn wir sie auch einfach brechen könnten?

Ihr könnt eure ethische Position gleich selbst testen: Wenn ihr dazu neigt, Jonathan zu raten das Geld zu spenden, dann misst ihr wohl moralisches Handeln an seinen Folgen - viele profitieren und niemand leidet, wenn Jonathan spendet. Ihr seid dann vielleicht Utilitaristen, um einen philosophischen Fachbegriff zu verwenden.

Denkt ihr, dass Versprechen eigentlich nie gebrochen werden sollten, dann sind euch Prinzipien und Regeln wichtig. Ihr beharrt auch dann auf Prinzipien und Regeln, wenn sie den Leuten nicht unbedingt gut tun. Mit dem passenden Fremdwort: Ihr denkt in ethischen Fragen eher kategorisch.

Seid ihr eher utilitaristische oder kategorische Ethiker/innen?