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Der Winter, der keiner war

Das Wetter in unseren Breiten wird durch einen ständigen Austausch von polaren und subtropischen Luftmassen geprägt. Der Zufuhr von polarer Kaltluft über einem Gebiet entspricht meistens ein Gegenstrom der Subtropikluft über einem in west-östlicher Richtung 3000 km entfernten Gebiet. Dies war auch in diesjährigem Winter der Fall. Allerdings blieben die Bereiche, die in der Polarluft- bzw. Subtropikluftzufuhr lagen, über längere Zeiträume stationär. Schuld daran war die für die Jahreszeit ungewöhnliche Trägheit des Jetstreams, die zu einer stabilen Höhenströmung geführt hat. Dies hatte einen ungewöhnlich strengen Winter in den USA, speziell auch im wärmeverwöhnten Florida, und einen rekordverdächtig warmen Winter in Europa zur Folge. Hier vor allem im Frost erprobten Norden und Osten. Die sonst in eine klirrende Januar-Kälte gehüllten Metropolen Moskau, St.Petersburg, Helsinki meldeten im Januar 2007 offene Seen, grau-schwarze Flächen, rekordverdächtigen Regenschirmabsatz, verwirrte Pflanzen und Tiere. Viele Messstationen in Europa, auch in der Schweiz, meldeten einen der wärmsten, wenn nicht den wärmsten Monat Januar.

Der Monat Februar führte zu einer gewissen Normalisierung. Im März 07 ist in den Bergen der an vielen Orten herbeigesehnte Schnee gefallen. Doch bereits der soeben zu Ende gegangene April hat neue Rekorde gebracht: Er war einer der trockensten und an vielen Orten mit positiven Temperaturabweichungen bis 7 Grad auch der wärmste April seit dem Beginn der Temperaturaufzeichnungen.