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Es gibt drei Phänomene, die zum Anstieg der relativen Luftfeuchtigkeit einer Luftmasse auf über 100% und damit in der Folge zum Eintreten von bedeutsameren Niederschlägen führen:

- Hebung einer relativ feuchten Luftmasse(relative Luftfeuchtigkeit grösser als 60%) durch Hindernisse, wie z.B. die Alpen. Dieser Vorgang führt zu einer Abkühlung der Luft und damit verbunden zu einer Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit.

- Vermischung zweier unterschiedlich temperierter, aber relativ feuchten Luftmassen. Dieser Vorgang führt zu einer Erhöhung der relativen Luftfeuchtigkeit, zu einem Luftdruckfall, und gleichzeitg auch zu einer Abkühlung, was wiederum die relative Luftfeuchtigkeit erhöht.

- Starke vertikale Luftbewegungen durch Thermik oder Einströmen von relativer Kaltluft in der Höhe(Labilität).

Das Einströmen von relativ kühler Atlantikluft auf der Rückseite eines Schottlandtiefs führte um den 19.August 2005 über dem westlichen Mittelmeer zur Bildung eines Sekundärtiefs, in dessen Bereich sich extrem feuchte und warme und Mittelmeerluft und weniger warme, aber auch sehr feuchte Atlantikluft(die oben erwähnte Luftmasse) vermischten. Dieses Tief zog unter Verstärkung ostwärts, während sich über dem nördlichen Mitteleuropa eine schwache Hochdruckbrücke zum Azorenhoch entwickelte. Das inzwischen über der Adria angekommene Tief lenkte ab dem 21.8. sehr feuchte und relativ warme Mittelmeerluft im grossen Bogen vom Nordosten her gegen die Alpen, wo sie einerseits gegen kältere, aber auch sehr feuchte vom Norden her einsickernden Luftmassen prallte-dies vor allem in höheren Luftschichten- und gleichzeitig an den Alpen gestaut und gehoben wurde. Dies führte zu einer Kumulation von Durchmischungs-, Hebungs- und Labilitätsniederschlägen, was vielerorts in der Zentralschweiz und im östlichen Berner Oberland neue Niederschlagsrekorde bedeutete: Bis 180mm Regen in 48h! Trotzdem darf man das Jahr 2005 noch nicht abschreiben; der Goldene Herbst steht vielleicht noch bevor(?)