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Tu ne quaesieris – scire nefas – quem mihi, quem tibi
finem di dederint, Leuconoë, nec Babylonios
temptaris numeros. Ut melius, quidquid erit, pati,
seu pluris hiemes, seu tribuit Juppiter ultimam,
quae nunc oppositis debilitat pumicibus mare
Tyrrhenum. Sapias, vina liques, et spatio brevi
spem longam reseces. Dum loquimur, fugerit invida
aetas. Carpe diem quam minimum credula postero!

 

Hilfsübersetzung (Hb)

Du, frag nicht - Wissen ist Frevel – welches Ende mir, welches dir
die Götter gegeben haben, Leuconoë, und die babylonischen Zahlen
probier nicht aus. Wieviel besser, was immer sein wird, hinzunehmen,
ob mehr Winter Jupiter zugeteilt hat, ob als letzten den,
der jetzt an zerklüfteten Felsen sich müde schlagen lässt das
Tyrrhenermeer. Sei verständig, bereite den Wein, und auf kurzen Raum
schneide die lange Hoffnung zurück. Während wir sprechen, ist schon geflohen
die neidische Zeit. Pflücke den Tag, möglichst wenig vertrauend auf den folgenden.

 

 

Frage nicht, Hampi,
wann Lungen sich zersetzen.
Nur Arzt im Stande zu wissen,
und Sterne dir nichts sagen.

Wie besser, dass du
alles auf dich niederfallen lässt,
ob nun viele Stangen du verschleisst
oder den letzten Zug du nimmst.

Sterben wirst
du sowieso,
also nimm ne Marlboro
und hoffe nicht auf die morgige Ration.

Verschiebe nicht auf morgen,
was heute rauchen kannst.
So bist du Kettenraucher geworden
und machst dir keine Sorgen.

Vielleicht um die Ecke du wirst sterben
und dich Leute sammeln in Scherben.
Zünde den Tag,
vertraue nicht auf den nächsten Dunst!

Mirsad Alija

 

 

Frag nicht, töricht es wäre zu wissen, wann mir wann dir vorherbestimmt,
die letzte Pforte zu erreichen, Bauer, vergiss die Zeichen der Sterne.
Besser unwissend, wie viel mal das Spriessen noch zu sehen,
oder das letzte Mal Schmelzwasser des Flusses deine Felder
schwemmte. Koste und vermische den Most, nicht in die Ferne blickend.
Während wir sprechen, fault ein weiterer Apfel.
Pflücke den Tag und belade dich nicht mit morgigem Tagewerk.

Manuel Dür

 

 

Frag nicht, was dir oder mir vorbestimmt ist, denn niemand
sollte das wissen. Verlass dich auch nicht auf dein Horoskop.
Viel besser ist es, anzunehmen, was kommt, gleichgültig, ob
man noch mehrere Lebensjahre vor sich hat, oder ob das
kommende Jahr schon das letzte sein wird. Koste deine Zeit aus
und freue dich auf Dinge, die in naher Zukunft liegen. Während
wir hier schwatzen, vergeht die Zeit unaufhaltsam. Geniesse
jeden Tag, ohne an morgen zu denken. 

Claudia Enz

 

 

Kommen lassen

Frage nicht vor jeder Entscheidung nach dem Horoskop,
sonst bist du schon vor den Antworten tot.

Leb dein Leben Schritt für Schritt, so kommst du weit!
Denn so oder so: Das Schicksal bleibt.

Geniesse dein Dasein nach dem Motto:
Die Zeit vergeht nicht nur im Flug,
sie schwindet auch im Bummelzug!

Katja Frei

 

 

Lass das Fragen sein, Mädchen.
Kaum etwas ist so nichtig und falsch,
als was die Zigeunerin dir erzählt.
Ich will nicht wissen, wann und wo ich verende.
Mach es mir doch nach!
Es ist soviel sinnvoller sein Los tapfer hinzunehmen,
ganz egal ob unser Feuer noch lange brennt
oder ob um die Ecke schon ein Tiger lauert.
Verschwende deine Zeit nicht mit Gedanken an die Zukunft,
sondern geniesse das perlende Quellwasser.
Und lass das Ticken der Uhr im Vogelgezwitscher untergehen.
Pflücke, nutze, geniesse den Augenblick
ohne Erwartung an einen nächsten.

Lina Graber

 

 

Es wäre falsch zu fragen, wann das Schicksal für einen das Ende
bestimmt hat. Auch Wahrsager sollst du über dies nicht befragen.
Es ist viel besser, die Zukunft über sich ergehen zu lassen. Das
Leben ist ein Spiel, egal ob man gewinnt oder verliert, habe Spass
daran. Geniesse es, befreie dich von Sorgen. Denke nicht stark
über das Kommende nach, die Zeit flieht unaufhaltbar, lebe dein
Leben im Jetzt, vertraue dem Morgen nicht.

Armend Hasani

 

 

Glaube nicht, irgendwo, irgendwann oder von irgendjemandem
zu erfahren, wann unsere Zeit gekommen ist, niemand weiss es
und wird es je­mals wissen.
Es ist besser, alles, was die Zukunft uns auch beschert,
hinzunehmen, sei es das letzte Jahr oder eines der vielen,
die uns Menschen stärken oder schwächen.
Denke nicht zu weit, mache dir keine zu grosse Hoffnung,
die Zeit läuft immerfort, während wir sprechen, denken, schlafen ...
Geniesse jeden Tag, jede Stunde, jede Minute, vertraue nicht
darauf, dass du den nächsten Tag erleben wirst.

Sarah Kriftner

 

 

Beschäftige dich nicht mit gestern und frag’ ja nicht nach morgen.
Dein Schicksal und meins stehen nicht in den Sternen, sie passieren.
Was kümmert es dich, wie lange du noch lebst? Der Tod kommt sowieso,
ob bald oder noch lange nicht, er wird dich mit Sicherheit überraschen.
Singe, tanze, lache, freue dich deines Lebens. Verschwende den Tag,
um nicht auf ein Morgen achten zu müssen.

Pascal Oesch

 

 

Du sollst weder nach meinem
noch nach deinem Todestag fragen
und nicht in deinem Horoskop nach der Antwort suchen.
Manchmal ist es besser,
sich vom Leben überraschen zu lassen.
Irgendwann wird sowieso alles dahinschmelzen,
wie Schnee in der Sonne.
Deshalb sollst du dich auf die Gegenwart konzentrieren
und das Leben geniessen,
denn du kannst niemals wissen,
was der morgige Tag noch so alles mit sich bringt.

Rahel Spirig

 

 

Wer wissen will, wann sein Leben zu Ende sein wird,
ist wie ein Wesen, das sich vor dem Wolf fürchtet.
Wer sich auf das Horoskop verlässt,
übersieht das unerwartete Katzenspiel mit einer unschuldigen Maus.
Wer zu weit voraus denkt,
flattert wie ein Vogel vor der Zeit davon.
Wer auf einen besseren Tag wartet,
versummt die Gegenwart.
Wer diesen genannten Dingen keinen Wert gibt,
der kann sein gegenwärtiges Dasein geniessen.

Virginia Spirig

 

 

Überlege dir nicht, denn niemand kann es dir sagen,
wann du die Erde verlässt, wann ich.
Frag auch nicht eine Hellseherin noch lass dir aus der Hand lesen.
Ertrag die Ängste, die in dir sind. Fürchte dich nicht vor einem
Streit und nicht davor, dass er ein Krieg werden könnte, der
Soldat um Soldat hinrafft, es bleiben immer solche, die
zurück­kehren aus dem Krieg.
Koste den Wein, den du im Keller lagerst.
Erwarte nicht allzuviel vom Leben. Während wir sprechen,
fliesst die Zeit ohne Unterbruch weiter.
Geniesse den heutigen Tag und plane nur das Nötigste voraus.

Hanna Steiner

 

 

Frage nicht, - nicht wissen darfst’s – welch Ende dir, welches mir
bestimmt ist, Jane; auch lass die Sternzeichen!
Viel besser, alles zu nehmen, wie’s kommt,
ob dir noch mancher November beschieden, ob dies der letzte,
der jetzt rüttelt und schüttelt die Föhren auf der Meldegg.
Sei klug, chambriere den Wein, beschränke dein Sinnen.
Noch während wir plaudern, weg ist die neidische Zeit.
Geniesse den Tag, bau nicht auf den nächsten!

Hans Haselbach

 

 

Frage nicht, Luana - das zu wissen ist nicht in Mode - welches
Ende mir, welches dir von ganz oben zugeteilt worden ist,
gib auch nicht unnötig Geld aus für eine alte Frau mit Kristallkugeln.
Wie viel besser ist es, egal was auch kommen mag zu ertragen,
sei es, dass das Schicksal uns noch mehr Winter zuteilt,
sei es, dass dieser schon der letzte ist, den es uns gewährt!

Jegliche Hoffnung verdunstet in der zu warmen Wintersonne.
Orientiere dich an deinen Gelüsten,
hast du einen Flug in die Karibik gewonnen, so löse ihn jetzt ein,
stutze auf ein kurzes Zeitfenster deine langfristigen Pläne,
denn während wir reden, flüchtet sich neidisch die Zeit;
iss das Jetzt und lass das Morgen hinter dem Horizont ruhn.

Armin Mucha